Ausstellung zum Pfarrfest in der Immanuelkirche in Düsseldorf: "Imago, Menschen Bild" und "Ihm zum Bilde, Gottes Begegnung"

In der Ausstellung in der Immanuelkirche in Düsseldorf haben sich 2 verschiedene Künstler getroffen, die dasselbe Anliegen haben, nämlich die Darstellung Gottes im Bilde. Die Künstler, aus verschiedenen Traditionen und Generationen, sehen dasselbe Thema jeder auf seine Weise dargestellt.

Ihnen ist deutlich geworden, dass die Liebe des Menschen zum Menschen ihre Begründung und Bewahrung in der Liebe Gottes zu dieser Welt erfährt. Und dass die Würde des Menschen sich allein aus dieser bleibenden Liebe Gottes herleitet und nicht aus Ansehen und Position

Pfarrer Martin Tischler



Kurt Dörpinghaus

"Ihm zum Bilde" So sind Bilderausstellung und Gemeindefest an der Immanuelkirche in diesem Jahr überschrieben. Dazu veranlassten mich die beeindruckenden Objekte Kurt Dörpinghaus'. Er selber nennt das dargestellte Photoobjekt "Persönlichkeiten". 80 Gesichter, 80 Schicksale hat er zu einem Kreuz vereinigt. Der christliche Bezug ist nicht zu übersehen. Die Gesichter gehören zu Obdachlosen und "Bürgerlichen". Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das bindet sie zusammen.

Dem Betrachter drängt sich die Frage auf: "Wer ist wer"? Die Antwort behält Dörpinghaus für sich. Die Entscheidung oder auch Fehlentscheidung dem Betrachter zu überlassen, ist ihm wichtig. Er will die Kultur des Wegsehens und der Oberflächlichkeit offen legen und zum genauen Hinsehen drängen. Und noch mehr. Er will die Grenzenlosigkeit der Möglichkeit menschlichen Scheiterns vor Augen führen. Jeder dieser Gescheiterten hätte ein Bürgerlicher sein können und war es vielleicht auch. Jeder dieser Bürgerlichen hätte ein Gescheiterter werden können oder wird es vielleicht noch. Es geht um Solidarität angesichts der Fragilität menschlichen Daseins.

Dörpinghaus fotografiert Gesichter. Das Gesicht und vor allem die Augen sind das Fenster zur Seele. "Schau in das Gesicht deines Mitmenschen und erkenne, wer du bist."

So höre ich die Aufforderung Kurt Dörpinghaus'. Der Blick auf das Kreuz erleichtert die Antwort und bewahrt in dem Erschrecken, wenn darin Ehrlichkeit zugelassen wird. Du bist und wirst ewig bleiben: Imago - Bild Gottes.

Kurt Dörpinghaus engagiert sich bei fifty/fifty und der Düsseldorfer Armenküche.


Georgi Guraspashvili

Seine farbenfrohen und Licht durchfluteten Bilder zeigen die tiefe Verwurzelung des Künstlers in der orthodoxen Mystik seiner Heimat. Bewusst greift er die Tradition der lkonographie auf, um sie in eigenwilliger Weise zu interpretieren. Die erstaunliche Tiefenwirkung seiner in Aquarell- und Oltechnik ausgeführten Kompositionen erzielt er durch eine spezielle, von ihm entwickelte Malweise. Sie steht im Dienst seines Anliegens, die Verwobenheit menschlicherExistenz mit der Weit orientierten Menschenliebe Gottes ins Bild zu setzen.

So werden vordergründig profane Themen wie Landschaften und Personendarsteilungen in ihrer tatsächlichen Hintergründigkeit sichtbar gemacht. Damit stehen seine Arbeiten in bester Tradition ikonographischen Aussagewillens: durch das vordergründig und zeitlich Begrenzte hindurch zu schauen in das ewig Göttliche, um Kraft zu gewinnen für die Gestaltung des Alltäglichen.